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Neue Richtlinien für lebensrettende Sofortmaßnahmen

 

Lebensrettende Sofortmaßnahmen müssen so schnell wie möglich am Ort des Geschehens einsetzen, wenn durch ein plötzliches, nicht voraussehbares Ereignis das Leben bedroht ist oder nur durch den gezielten Einsatz von Sofortmaßnahmen die Lebensbedrohung abgewendet und das Überleben gesichert werden kann. Die entscheidenden Schritte von der außerklinischen Erstversorgung vor Ort des Geschehens bis zur Klinikaufnahme werden in einer Rettungskette sichergestellt. Den vier wichtigsten Gliedern der Rettungskette sind dabei bestimmte Funktionen zugeordnet:

 

1.

Frühzeitiges Erkennen des Notfalls und Hilferuf. Eine frühe und effektive Reaktion kann manchmal den drohenden Kreislaufstillstand verhindern.

 

 

2.

Sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen bei einem Kreislaufstillstand durch Laien. Unverzügliche Reanimationsmaßnahmen können die Anzahl der Überlebenden deutlich erhöhen.

 

 

3.

Frühzeitiger Defibrillationsschock durch den Rettungsdienst, damit das Herz wieder anfängt zu schlagen. Wiederbelebungsmaßnahmen und Defibrillationsschock innerhalb von 5 Min. nach Kollaps kann zu Überlebensraten von über 50 % führen. Jede Minute Verzögerung reduziert die Wahrscheinlichkeit des Überlebens um ca. 10 %.

 

 

4.

Weiterführung der Soforttherapie in der Klinik mit differenzierter Diagnostik und Therapie.

 

Bekanntlich ist jede Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Bei der Rettungskette weisen insbesonders die ersten zwei Glieder erhebliche Schwachstellen auf, die auch von einem hoch effizienten Rettungsdienst nicht kompensiert werden können. Dank der positiven Entwicklung der Notfallmedizin gehen die Bürger heutzutage davon aus, dass für eine unter allen Bedingungen und zu jeder Zeit ausreichenden Erstversorgung Rettungssanitäter und Notärzte zur Verfügung stehen. Nichtwissen, Anspruchsdenken und die Versagung einer Mitwirkung bei Gemeinschaftsaufgaben haben dazu geführt, dass das Bewußtsein verloren gegangen ist, dass jeder entscheidend dazu beitragen kann, ob ein Mensch mit Kreislaufstillstand überlebt oder nicht. Dabei können Laien durch sofortiges und richtiges Handeln die Anzahl der Überlebenden nach einem Kreislaufstillstand verdoppeln oder verdreifachen. Diese Probleme und neue wissenschaftliche Erkenntnisse führten zu neuen und wesentlich einfacheren Richtlinien der Wiederbelebungsmaßnahmen.

 

Die lebensrettenden Sofortmaßnahmen bestehen aus dem folgenden Handlungsablauf:

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Keine Reaktion der Person

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“Hilfe” rufen, wenn Personen in der Nähe

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Atemwege freimachen (Kopf überstrecken)

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Keine normale Atmung (Sehen, Hören und Fühlen, nicht länger als 10 Sekunden)

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Notruf 112

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30 Herzdruckmassagen (“schnell und fest”; 100 pro Min.) und 2 Beatmungen (Mund zu Mund oder Mund zu Nase) bis der Rettungsdienst eintrifft

Man prüft ob der Patient reagiert. Hierzu schüttelt man ihn an den Schultern und fragt laut: "Ist alles in Ordnung?" Wenn er nicht reagiert ruft man um Hilfe, sofern sich weitere Personen in der Nähe befinden.
Dann werden die Atemwege freigemacht. Der Patient wird auf den Rücken gedreht, eine Hand auf seine Stirn gelegt und der Kopf leicht nach hinten gezogen. Dann prüft man, ob der Patient normal atmet. Hierzu schaut man nach Bewegungen des Brustkorbs, hört am Mund des Patienten nach Atemgeräuschen und fühlt nach einem Luftstrom. Während der ersten wenigen Minuten nach einem Kreislaufstillstand ist es möglich, dass ein Patient kaum atmet oder nur vereinzelte, geräuschvolle Atemzüge macht. Dies darf nicht mit normaler Atmung verwechselt werden. Man sollte nicht länger als 10  Sekunden benötigen, um festzustellen ob der Patient normal atmet. Bestehen irgendwelche Zweifel, dann wird gehandelt, als sei die Atmung nicht normal.
Falls der Patient nicht normal atmet wird sofort der Rettungsdienst alarmiert (Notruf: 112).

Dann wird unverzüglich mit der Herzdruckmassage begonnen. Hierzu kniet man seitlich zum Patienten, legt den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust des Patienten, legt den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand und drückt mit gestreckten Armen das Brustbein um 4 bis 5 cm nach unten. Nach jeder Kompression wird entlastet. Wichtig ist, dass man schnell und fest drückt, pro Sekunde etwas weniger als zwei Kompressionen. Druck und Entlastung sollten gleich lang sein.

Nach 30 Herzdruckmassagen macht man wieder den Atemweg durch Überstrecken und Anheben des Kinns frei und führt 2x eine Mund-zu-Mund-Beatmung bzw. eine Mund-zu-Nasenbeatmung durch. Dann wird unverzüglich wieder mit der Herzdruckmassage begonnen.
Man fährt mit der Herzdruckmassage und Atemspende im Verhältnis 30:2 fort.
Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden nur unterbrochen, wenn der Patient wieder normal zu atmen beginnt. Falls mehr als ein Helfer anwesend ist, sollte man sich alle 1-2 Minuten in der Reanimation abwechseln. Wenn man nicht in der Lage oder Willens ist, eine Beatmung durchzuführen, dann sollte man nur die Herzdruckmassage anwenden.
Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden fortgeführt bis qualifizierte Hilfe eintrifft, der Patient normal zu atmen beginnt oder man erschöpft ist.

Im Prinzip ist es also ganz einfach: Reagiert eine Person nicht und zeigt keine normale Atmung wird sofort der Rettungsdienst alarmiert (Notruf: 112) und mit der Herzdruckmassage und Beatmung im Verhältnis 30:2 begonnen. Notfallkarten über die lebensrettenden Sofortmaßnahmen gibt es kostenlos bei der AOK, in den Krankenhäusern des Landkreises sowie den Apotheken. Zusätzlich bieten das DRK und der Malteser Hilfsdienst kurze Auffrischkurse an.

 

 

 

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